Für die deutsche Gegenwart seit 1945 war Nietzsche ganz überwiegend ein Stein des Anstoßes oder eine Verlegenheit. Der Philosoph, der weder mit Nationalisten noch mit Antisemiten etwas anfangen konnte, war im Dritten Reich so häufig und positiv zitiert worden, dass seine Einordnung als "Vorläufer" zwingend zu sein schien.
Heute könnte die Zeit reif sein für ein differenzierteres und unaufgeregteres Nietzsche-Verständnis, zu dem auch der Autor, Philosoph und Historiker schon bei Erscheinen seines berühmten Werkes beigetragen hat. In einem aktuellen Nachwort "Nietzsche in der deutschen Gegenwart" setzt er sich unter anderem mit der anhaltenden Kontroverse um Sloterdijk und Habermas auseinander.
