Der Präsident der Palästinenser Yassir Arafat und der Felsendom sind im Bewusstsein seines Volkes untrennbar miteinander verbunden. Nach Arafats Vorstellungen soll der Felsendom im arabischen Stadtteil von Jerusalem Zentrum eines Palästinenserstaates werden, für dessen Schaffung er seit der Gründung des Staates Israel 1948 kämpft.
Die Vision, dass der palästinensische Staat das Gebiet des heutigen Israel umfassen müsse, ist längst verblasst. Arafat begnügt sich mit einem Territorium, das als Westufergebiet des Jordan und als Gazastreifen bezeichnet wird. Von seinem Volk verlangt er einen Verzicht auf 70 Prozent des Landes, das unter britischem Protektorat "Palästina" hieß.
Er kämpft für einen Ministaat, dessen Wahrzeichen der Felsendom ist. Allerdings ist Arafat sich bewusst, dass zum Komplex des Heiligtums auch die Klagemauer gehört, der heiligste Ort des jüdischen Volkes, an dem viele jüdische Gläubige den Wiederaufbau des vor ungefähr 2000 Jahren zerstörten Tempels der Juden fordern - genau an der Stelle, an der das Heiligtum der Moslems steht.
