Erst Erbsen, dann Fruchtfliegen, später Mäuse, Würmer, Viren, Bakterien und Schafe. Die Genetik arbeitete sich vor, bis sie schließlich das Eigentliche ins Visier nahm: den Menschen. Heute lässt sich sein Genom problemlos entschlüsseln, seine Individualität biochemisch identifizieren. Ist das das Ende der Forschung an uns selbst oder der Beginn ungeahnter Möglichkeiten?
Der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer erzählt die rasante Erfolgsgeschichte der Genetik anhand der wichtigsten Erkenntnisschritte, stellt markante Köpfe der Disziplin vor und verrät, dass Durchbrüche in der Forschung auch immer mit glücklichen Zufällen zu tun haben.
Wissen für alle – unterhaltsam und spannend.
Klappentext
Es begann Mitte des 19. Jahrhunderts im Klostergarten. Mit naturwissenschaftlicher Präzision kreuzte der Mönch Gregor Mendel Erbsen unterschiedlicher Art und leitete aus den Erscheinungsformen seiner Zucht erste Regeln für die natürliche Weitergabe von Wesensmerkmalen ab. Diese weckten die Neugierde
... mehr von Naturforschern wie William Bateson und Thomas Hunt Morgan, der immer ausgefeiltere Experimenta u.a. mit der winzigen Fruchtfliege Drosophila melanogaster durchführte, um dem Geheimnis der Vererbung auf die Schliche zu kommen.
Schritt für Schritt tasteten sich so Biologoen, Biophysiker und Mediziner aus aller Welt Richtung Zelle vor. Deren Bestandteile und Funktionsweise musst erst mühsam erkundet werden - bis man auf das Chromosom und 1953 auf die Doppelhelix als Zentrum der Vererbung stieß. Seitdem versuchen Forscherteams, das komplizierte Zusammenspiel der chemischen Substanzen zu erfassen, und entdecken dabei immer neue Protagonisten, deren Rolle im Spiel des Lebens noch Rätsel aufgeben.
Ernst Peter Fischer nimmt den Leser mit auf eine kurzweilige Reise in die faszinierende Welt der Genetik. Er beschreibt die wichtigsten Erkenntnisschritte, die namhafte Nobelpreisträger wie James D. Watson, Francis Crick, Werner Arber und Paul Berg auf dem Weg zur Gentechnik machten, erläutert das kurze Leben des Klonschafs Dolly und endet bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Letzteres wurde 2000 erstmals offiziell von Francis Collins und Craig Venter bekannt gegeben.
Doch ist damit die Natur, die das Entstehen und Vergehen von Leben bestimmt, durchschaut? Wer das glaubt, täuscht sich. Neue Forschungen zur Epigenetik zeigen, dass sich unsere Erbanlagen den Umweltbedingungen anpassen. Der Code des Lebens ist also flexibel. Kann er dann überhaupt geknackt werden?