Klappentext
Nur wenige Persönlichkeiten in der Geistesgeschichte der Menschheit haben so weit und so dauerhaft ausgestrahlt wie Siddharta Gautama, der Buddha, und keine hat Asien so tief geprägt wie er. In diesem Buch werden, ausgehend von jenem kleinen Gebiet an der indisch-nepalesischen Grenze, wo der histor
... mehrische Buddha lebte und seine Lehre entwickelte, die Wege nachgezeichnet, die der Buddhismus von seiner Keimzelle aus nahm und wie er von den Kulturen, auf die er traf, beinflusst wurde.
Denn der Buddhismus war von Anfang an keine homogene, sondern eine sehr vielgestaltige Bewegung. Zwar ist das Ziel aller Buddhisten gleich, nämlich Befreiung durch Erleuchtung zu erlangen, doch die Wege und Methoden, die entwickelt wurden, sind sehr verschieden. bereits in Indien hat die Lehre des Buddha eine tiefgreifende Wandlung durchgemacht. Es entstanden Schulrichtungen - Theravada, Mahayana und Tantrayada - und innerhalb derer unterschiedliche Überlieferungsketten. Diese spalteten sich im Laufe der Zeit weiter auf, wobei in China und Japan sich sogar neue Lehrsysteme entwickelten, die keinem indischen Vorbild mehr folgten.
Die Fähigkeit, einen Dialog mit anderen Kulturen einzugehen, lässt sich auch am Bild des Buddha erkennen: Es besitzt zwar feste Merkmale, die an jedem Abbild zu findne sind, gleichzeitig hat es jedoch lokales Kolorit angenommen. So tritt uns der Buddha in China, wo Körperfülle als Ausdruck von Lebensfreude und Glück gilt, in wohlgenährter Gestalt entgegen, während er in Indien hingegen asketische Züge trägt; an der Seidenstraße ist der Buddha in prächtige höfische Gewänder gekleidet und mit kostbarem Schmuck behangen, während er in Birma, Thailand oder Laos nur mit einem einfachen Tuch umwickelt und der Bettlerschale in der Hand dargestellt wird.
Diese Dialogfähigkeit erwies sich als Stärke und ist nicht zuletzt ein Grund für die wachsende Popularität des Buddhismus in Europa und Nordamerika, wo er längst in einen Dialog mit der westlichen Kultur eingetreten ist. Im Anschluss an die jeweiligen Kapitel kommen namhafte Persönlichkeiten wie zum Beispiel der Dalai Lama oder Thich Nhât Hanh, die gleichsam stellvertretend für die verschiedenen Richtungen und Wege stehen. Sie schildern ihr persönliches Verhältnis zum historischen Buddha und nehmen zu Aspekten seiner Lehre Stellung, die ihnen besonders wichtig erscheinen.