Die Familien sind auf fatale Weise verbunden: Der deutsche Großvater war ein SS-Mann in Polen, der polnische Großvater wurde in Auschwitz ermordet; zwei ihrer Enkel sind miteinander verheiratet. Uwe von Seltmann öffnet die Büchse der Pandora und forscht nach: Ist sein Großvater dem seiner Frau Gabriela begegnet, hat er etwas mit dessen Tod zu tun? Briefe und Zeugnisse aus der Zeit führen ihn auf der Suche nach Antworten quer durch Europa, zu den Schauplätzen nationalsozialistischer Verbrechen, zu Überlebenden des Holocaust und ehemaligen Tätern. Ein Buch über die Last der Vergangenheit, aus der dennoch eine hoffnungs frohe Zukunft keimen kann.
Klappentext
Die Vergangenheit bricht meistens dann in die Gegenwart hinein, wenn man nicht damit rechnet. So wie an jenem Abend im Juli des Jahres 2006 in Krakau, als sich der deutsche Journalist Uwe von Seltmann und die polnische Künstlerin Gabriela Maciejowska begegnen. Die beiden verlieben sich ineinander, a
... mehrber sie müssen schon bald erkennen, dass die Vergangenheit nicht vergangen ist, sondern sie auf fatale Weise miteinander verbindet.
Daher beginnen sie, gemeinsam die Geschichte ihrer beider Familien zu erforschen: Während Lothar von Seltmann – von 1940–1942 SS-Mann unter Odilo Globocnik, einem der brutalsten Massenmörder des Dritten Reiches – 1942 als »Kulturreferent« im Stab des Höheren SS- und Polizeiführers Friedrich-Wilhelm Krüger nach Krakau ging und 1943 an der Niederschlagung des Warschauer Ghettoaufstands mitwirkte, war Michał Pazdanowski Rektor an einer
Schule in Zabie (dem heute westukrainischen Verkhovyna) und wurde im April 1944 von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet. Konnte Lothar von Seltmann an dessen Inhaftierung in irgendeiner Formbeteiligt gewesen sein?
Die Recherchen nach den Lebenswegen der beiden Großväter führen Uwe und Gabriela durch halb Europa: in die ukrainische Huzulei und ins französische Baskenland, nach Wien und Lublin, nach Majdanek und Auschwitz. Überall treffen sie auf Menschen, die ihr lebenslanges Schweigen brechen und schier unglaubliche Geschichten aus der Zeit des nationalsozialistischen Terrors in Polen und der Ukraine erzählen oder von ihren schrecklichen Erlebnissen als Opfer der Verfolgung und im Lager berichten. Die Fahrten in entlegene Gegenden und in verdrängte Vergangenheiten werden für das Ehepaar mehr und mehr zu einer Reise zu sich selbst: Sie erkennen, nur wer die Vergangenheit kennt, kann auch die Zukunft gestalten.