Das Zeitalter der Ideologien: eine neue Interpretation des 20. Jahrhunderts des Historikers und „Geschichtsdenkers” (FAZ).
Die Geschichte des 20. Jahrhundert ist großenteils eine Geschichte der Ideologien. Sind Kommunismus und Faschismus die denkbar größten Gegensätze an den beiden Rändern des politischen Spektrums oder nur „feindliche Brüder”, die beiden Seiten der „totalitären” Medaille? Beide Positionen sind vehement vertreten worden, und für beide gibt es gute Gründe.
Heute können beide Ideologien nur noch als Bestandteil einer dunklen Phase der Weltgeschichte gelten, und mit Ernst Nolte zieht der wohl beste Kenner der Ideologiegeschichte des 20. Jahrhunderts ein Fazit.
Klappentext
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ist in Europa nichts mehr, wie es war. Auch die Siegermächte sind, mit Ausnahme der USA, tief erschöpft, und in dem riesigen Bauernland des russischen Zarenreiches hat nach einer kurzen Übergangsperiode der linke Flügel der marxistischen „Arbeiterpartei”, der Bols
... mehrchewismus, die Macht ergriffen - und das mit einer Vehemenz und Radikalität, die das Bürgertum Europas erschauern lässt. Nicht zuletzt als Reaktion auf diese Bedrohung entsteht in Deutschland und Italien die militante Gegenbewegung des Faschismus bzw. Nationalsozialismus, die ebenfalls diktatorische Regime errichtet.
Doch obschon nach außen hin Todfeinde, sind den beiden doch wesentliche Merkmale gemeinsam: der Anspruch, die Gesellschaft auf revolutionärem Weg zu ändern, die Ablehnung aller überkommenen Werte und ihr Ersatz durch von der Ideologie vorgegebenen Konzeptionen, die Forderung nach bedingungsloser Unterwefung des Individuums unter das Kollektiv und des individuellen Denkens unter die Dogmen der Ideologie sowie das Prinzip der diktatorischen Einparteiherrschaft unter einem charismatischen Führer. Dieser Anspruch auf die totale Beherrschung aller Lebensgebiete einschließlich der Privatshäre hat dazu geführt, dass Kommunismus und Faschismus unter dem Begriff des „Totalitarismus” zusammengefasst und in gemeinsamen Gegensatz zum westlichen Liberalismus gestellt worden sind.
Die finale Aueinandersetzung der beiden großen Ideologien des 20. Jahrhunderts hat Millionen von Menschenleben gekostet. Denn beide waren Vernichtungsideologien, die durch die Beseitigung bestimmter Klassen bzw. Völker (oder „Rassen”) eine vermeintliche Weltkrankheit heilen wollten. Dabei hat sich der Kommunismus als die erfolgreichere erwiesen, doch ist auch er am Ende dem gemeinsamen und quasi natürlichen Feind allen totalitären Denkens unterlegen: der pluralistischen Demokratie als Vertreterin von Freiheit und Toleranz und Wahrerin der Menschenrechte.