Klappentext
Wie es Gegenden gibt, in denen Mohn oder Wein gut wächst, gedeihen Geister auf diesem, Außerirdische auf jenem Landstrich, und überirdische Reisen tritt man auch nicht überall an. Im niederösterreichischen Tibet, wie Lotte Ingrisch das Waldviertel nennt, gerät man geradewegs in die Unterwelt, und in
... mehr die obere auch. Hier wie dort von gleichen gewaltigen Störzonen durchzogener Granit - eine Schwelle aus Zwielicht, über die wir in die Anderswelt der Feen und Toten eintreten.
Lotte Ingrisch nimmt uns mit auf eine Reise durch dieses mystische Nebel-Land der Elben und Dämonen, die auch in ihre eigene Vergangenheit mit Gottfried von Einem führt. Instinktiv, mit einem inneren Kompass, ließen die beiden sich auf den größten Störzonen, die zugleich Kraftorte sind, nieder. Rindlberg, Zemling, Oberdürnbach - magische Plätze, und jeder hat ihnen andere, schöne und schauerliche Abenteuer beschert. Erschrocken, aber nicht ohne Humor bewegten sie sich in der Geisterwelt.
Erscheint Wirklichkeit nicht nur in jeder Zeit anders, sondern auch jedem Raum? Wo ist die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit? Im Waldviertel ist sie für Lotte Ingrisch und Gottfried von Einem fließend geworden, und manchmal gibt es überhaupt keine mehr. Diese Aufzeichnungen, spontan und sehr privat, sind Dokumente. Sie beweisen, dass Raum und Bewusstsein in Beziehung miteinander stehen, sich gegenseitig verändern, und dass wir in beiden keine eindeutigen Positionen einnehmen. Ist Traum der Ursprung jeder Realität, sind wir nicht nur in unseren Körpern lokalisiert, leben wir in mehr als einer einzigen Welt? Es scheint so.