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Thomas Mann und die Deutschen

Thomas Mann und die Deutschen

1. Auflage 2002, 224 Seiten
ISBN: 978-3-7844-2861-1
9,95 EUR D / 10,25 EUR A / 34,90 CHF (UVP)
LangenMüller
Thomas Mann gilt heute als Deutschlands größter Schriftsteller im 20. Jahrhundert. Zu seinen Lebzeiten jedoch (1875-1955) war er unter den Deutschen umstritten, weil er nicht nur schöne Literatur hervorbrachte, sondern seit dem Ersten Weltkrieg, beginnend mit den "Betrachtungen eines Unpolitischen" (1918), auch zu Fragen des politischen Lebens Stellung nahm und Partei ergriff.

Thomas Mann hatte für sich das Politische als zum Bereich des Humanen gehörend erkannt, und dem Humanen fühlte er sich als Schriftsteller verpflichtet. Und so wurde er in der Weimarer Republik zum Verteidiger und literarischen Anwalt der Demokratie, zum leidenschaftlichen Gegner des heraufziehenden Nationalsozialismus, der ihn 1933 ins Exil vertrieb. Von Amerika aus warnte er vor Hitlers unmenschlicher und kriegerischer Politik und wurde zum glanzvollen Repräsentanten des humanistischen deutschen Geistes in der Zeit seiner schmachvollen Erniedrigung durch die Nazi-Herrschaft.

Dieses Buch zeichnet den Weg Thomas Manns als politischer Schriftsteller historisch genau nach und beschreibt die Reaktionen und Wirkungen, die der "politische Fall Thomas Mann" bei den Deutschen auslöste - eine Geschichte leidenschaftlicher Auseinandersetzungen, von Missverständnissen und Vorurteilen, die zum Teil noch heute nachwirken. Jahrzehntelang war somit das Verhältnis der Deutschen stärker durch das politische als das literarische Urteil bestimmt. Vorliegende Studie trägt maßgeblich dazu bei, die Deutschen mit der so lange umstrittenen politischen Rolle des genialen Thomas Mann zu versöhnen.