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Milena

Milena

Kafkas Freundin

2000, 4. Auflage, 320 Seiten
ISBN: 978-3-7844-1680-9
7,99 EUR* D / 8,30 EUR* A / 12,90 CHF* (UVP)
LangenMüller
Im Oktober 1940 trafen sich Margarete Buber-Neumann und Milena Jesenská zum ersten Mal an der "Klagemauer". So nannte Milena den schmalen Weg zwischen der Barackenrückseite und der hohen Mauer, die das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück umgab. Das Buch "Milena - Kafkas Freundin" ist das Vermächtnis der dabei entstandenen Freundschaft. Mit ihm erfüllte Margarete Buber-Neumann den Wunsch Milenas: "Du sagst den Menschen, wer ich war. Du bist mein milder Richter." Am 17. Mai 1944 starb Milena in Ravensbrück.

Wir erfahren von ihrer Kindheit, ihrer Liebe zur Mutter, die allzu früh starb, dem Vater, Professor Jan Jesensky, mit dem die Tochter in ständigem Konflikt lebte. Zum Bruch mit dem Vater, der ein nationalbewusster Tscheche und Antisemit war, kam es, als Milena Ernst Polak, den Freund Franz Werfels, heiratete und mit ihm nach Wien ging. Doch Glück war dieser Ehe nicht beschieden.

In der Wiener Zeit beginnt Milenas Beziehung zu Franz Kafka. Im Jahre 1920 las sie einige seiner Novellen und erkannte die Größe des Dichters. Für Milena war Kafkas Prosa das Vollkommenste, das es gab. Sie übertrug "Das Urteil" und "Die Verwandlung" vom Deutschen ins Tschechische und wurde so zur ersten Übersetzerin. Im Zusammenhang mit dieser Arbeit wandte sie sich in einem Brief an den Dichter, der sich gerade zu einer Kur in Meran aufhielt. Das war der Anfang der Liebe zwischen Kafka und Milena, von der die erhalten gebliebenen Briefe Kafkas zeugen.
Milenas Leben ist eine Kette von Triumphen und Niederlagen, von Glück und abgrundtiefem Unglück. Aber sie hat immer wieder die Kraft, sich aufzuraffen. Als die Nationalsozialisten im Jahre 1939 die Tschechoslowakei besetzen, wird aus Milena eine heldenmütige Kämpferin gegen die Tyrannei.