Bertram Otto, geboren und aufgewachsen in Halle an der Saale, geprägt von einem katholischen Elternhaus in einem protestantischen Umfeld, wird schon früh ein kritischer Beobachter seiner Umgebung. Er erzählt eine deutsche Geschichte, wie er sie ganz persönlich und intensiv miterlebte: fünf Jahre Weimarer Zeit als Knirps, zwölf Jahre unter dem Hitlerlied "Wissen wir auch nicht, wohin es geht ..." als Schulkind, Hitlerjunge, Soldat und Offizier und zwei Nachkriegsjahre unter Stalins Herrschaft in der Sowjetzone bis zu seiner Flucht in den Westen.
Dieses erste Drittel seines Lebens schildert der Autor nicht wie ein Historiker streng chronologisch, sondern mit Eindrücken, Erlebnissen und Gefühlen exemplarisch für Millionen seiner Generation. Wie haben sie wirklich gelebt? Was hat es auf sich mit der "verlorenen Generation"? Wurde sie um ihre Jugend betrogen? Wovon träumte sie? Wie ertrug sie Ängste, Fronteinsatz, Lebensgefahr? Wie erlebte sie den Zusammenbruch Deutschlands?
Bertram Otto schildert Familien- und Zeitgeschichte in einem, mit Licht und Schatten, nicht trübsinnig oder wehleidig, sondern mit der Sensibilität eines glücklich Davongekommenen.
Viele Zeitgenossen des Autors werden sich in dem Buch wiederfinden, Jüngere vielleicht nachdenken über die heute alten Kinder von damals.
Eine ergreifende Familiengeschichte und kritische Zeitgeschichte in einem. Ohne larmoyanten Unterton, sondern mit dem feinen Humor eines Mannes, der gelernt hat, sich ein neues, wahrhaftiges und ziviles Leben nach dem Krieg aufzubauen.
