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Vermächtnis für den Frieden

Vermächtnis für den Frieden

Hussein von Jordanien

1999, 1. Auflage, 432 Seiten
ISBN: 978-3-7766-2105-1
24,90 EUR D / 25,60 EUR A / 44,90 CHF (UVP)
Herbig
Mut, Überzeugungskraft und - mit zunehmendem Alter - politische Weisheit kennzeichneten König Hussein von Jordanien, den dienstältesten arabischen Staatschef, der 46 Jahre über sein Land herrschte. Der Spross des alten Haschemitengeschlechts, der mit dem Propheten Mohammed blutsverwandt war, verfügte über kein großes Land und keine starke Armee, jedoch über Intelligenz, Durchsetzungskraft, Rücksichtslosigkeit und Gerissenheit. Keiner hatte mehr Erfahrung in den Tücken nahöstlicher Politik. Er überlebte zahllose Attentatsversuche, was ihm den Ruf eines Überlebenskünstlers eintrug. Seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 war er bis zu seinem Lebensende im Kampf gegen Syrien, Irak und Saudi-Arabien bestrebt um den Erhalt seines kleinen Staates, der in Gefahr ist von seinen Nachbarn einverleibt zu werden.

Der Urenkel des letzten Sherifen von Mekka war Augenzeuge des Attentats eines extremistischen arabischen Nationalisten, dem sein Großvater Abdullah zum Opfer fiel. Als dessen Sohn Talal, der ihm auf den Thron folgte, bereits ein Jahr später abgesetzt wurde, bestieg der erst 18-Jährige 1953 als Hussein I. den Haschemitenthron. Hussein, der in England eine militärische Ausbildung absolviert hatte, verfolgte nach seiner Krönung eine moderat prowestliche Politik, ließ aber an seiner Solidarität mit den anderen arabischen Ländern keinen Zweifel. Nach der verheerenden Niederlage im Sechs-Tage-Krieg 1967 kam es mit den ins Land strömenden Palästinensern zu Spannungen, die 1970 fast zum Bürgerkrieg eskalierten. Nach Ausweisung der palästinensischen Freischärler versuchte er in den folgenden Konflikten zwischen Israel und den arabischen Staaten neutral zu bleiben, verzichtete 1988 zugunsten der Palästinenser endgültig auf das Westjordanland. Hatte er sich im zweiten Golfkrieg der Anti-Irak-Allianz noch verweigert, distanzierte er sich 1993 öffentlich von Sadam Hussein. Gemeinsam mit Israels Ministerpräsident Rabin unterzeichnete er 1994 die "Washingtoner Erklärung", die den seit 46 Jahren bestehenden Kriegszustand beider Länder formell beendete. Der auch vom politischen Gegner geachtete König war als erster arabischer Staatschef zu der Erkenntnis gekommen: "Ich habe begriffen, daß Israel auf Dauer bleiben wird!"

Die große Biografie über den "kleinen" König von Jordanien aus der Feder des anerkannten Nahost-Fachmanns Gerhard Konzelmann.