Unterhaltsamer Rückblick voller Zeit- und Lokalkolorit auf die schillernde Literaturwelt der Jahrhundertwende um 1900.Schon als junger Redakteur des „Simplicissimus” und Lektor im Albert Langen Verlag begegnete Korfiz Holm einflussreichen Malern, Schriftstellern und Lebenskünstlern aus ganz Europa bei vielen Gelegenheiten – geschäftlich wie privat, darunter Thomas Mann, Frank Wedekind, Peter Altenberg, Knut Hamsun und Lovis Corinth. Mit hintersinnigem Feingefühl, spächlicher Prägnanz und großer Menschenkenntnis schildert er seine oftmals bewegenden Erlebnisse mit ihnen und gewährt so einen erhellenden Einblick in ihr Denken und Schaffen.
Der Literaturwissenschaftler Dirk Heißerer hat für die Neuausgabe die authentischen Textvorlagen rekonstruiert und kommentiert. In einem ausführlichen Nachwort stellt er dazu die Person des Autors sowie seine Lebensumstände vor und präsentiert zahlreiche, bislang unveröffentlichte historische Abbildungen und Fotografien. So wurde ein wichtiges Zeitzeugnis und ein unverzichtbares Portrait des „leuchtenden” München und seiner Künstler wiederentdeckt.
Klappentext
Eine literarische Wiederentdeckung! Korfiz Holm (1872 - 1942) ist einer der berühmtesten und vielseitigsten Unbekannten der Schwabinger Bohème um 1900. Als Lektor des Albert Langen Verlags und Redakteur der Satire-Zeitschrift „Simplicissimus” hatte er Gelegenheit, viele der einflussreichen Literaten
... mehr und Künstler im München der Jahrhundertwende kennenzulernen. In privaten und auch geschäftlichen Begegnungen wurde Holm Freund und Berater, Zuhörer und kritischer Begleiter von Persönlichkeiten wie Thomas Mann und Franziska zu Reventlow, die er bereits aus Lübeck kannte, vor allem aber von Frank Wedekind, Ludwig Thoma, Thomas Theodor Heine und Olaf Gulbransson.
Zurückhaltend, doch humorvoll und pointiert schildert Korfiz Holm Erlebnisse und Begegnungen mit den Helden des „leuchtenden” München. Seine autobiografischen Episodengeschichten sind das unpathetische, sympathische und überaus persönliche Gemälde einer zwar vergangenen, aber nicht vergessenen Zeit und ihrer illustren Protagonisten.
Anders als der Autor es mit dem Untertitel „heitere Erlebnisse” ausdrückte, ist „ich – kleingeschrieben” mehr als ein bloßes Erinnungsbuch eines Verlegers. Seine sprachlich brillanten, pointierten Innenansichten sind authentische Zeitzeugnisse und lassen sowohl die politische und gesellschaftliche als auch die künstlerische Atmosphäre Münchens vor hundert Jahren für Leser von heute spürbar und nachvollziehbar werden. Erstmals 1932 zu seinem sechzigsten Geburtstag erschienen, wurden die Erinnerungen in den folgenden Jahren unter den Titeln „Farbiger Abglanz” (1940) sowie „Vom Lauser zum Leiber” (1942) fortgesetzt. Dirk Heißerer versah die Neuausgabe von „ich – kleingeschrieben” und „Farbiger Abglanz” mit editorischen Ergänzungen und fügte bislang weitgehend unbekannte historische Abbildungen und Fotografien hinzu. Darüber hinaus geht er in einem Ausführlichen Nachwort auf die Biografie Korfiz Holms und die Rezeptionsgeschichte des Buches ein.