Klappentext
Nicht erst seit Schiller zählt Wallenstein zu den faszinierendsten Gestalten unserer Geschichte. Seinen Aufstieg und sein Ende umranken Rätsel und Glanz, Geheimnis und Zwielicht. Wissenschaftliche Spezialuntersuchungen gibt es viele, packende Lebensbeschreibungen des Herzogs von Friedland kaum. Die
... mehrWallenstein-Biographie des Historikers Hellmut Diwald stützt sich auf ein jahrelanges Quellenstudium und hebt sich markant von allen bisherigen Wallensteinbildern ab; der friedländische Herzog wird nicht in das Klischee von Verrat-Nichtverrat eingespannt, er wird den religiösen Alternativen des Dreißigjährigen Krieges entzogen, er wird auch nicht bürgerlichen Beurteilungskategorien unterworfen, die ihn als Emporkömmling und räuberischen Kondottiere einstufen.
Der Autor schildert mitreißend, wie sich der junge Wallenstein zum großen Heeresorganisator, Feldherrn und Staatsmann entwickelt. Er formt vor uns das Leben eines Mannes, der der ersten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges den Stempel aufdrückte. Der Herzog von Friedland war mehr als ein gewaltiger Soldatenführer und weniger als ein bloßer Rebell: eine Einheit von General, Wirtschaftsmagnat und Politiker, und damit nimmt er objektive Signaturen moderner Epochen vorweg. Dadurch kommt er in scharfen Widerspruch zu seiner eigenen Zeit und ihrer Tendenzen.
Wallensteins Leben, sein politisches Konzept und sein Untergang sind nur von diesem Gegensatz aus zu verstehen. Man wird dieser facettenreichen Gestalt nur gerecht, wenn man sie mit den Maßstäben unserer Zeit mißt. So entwirft Diwald das großartige Bild eines bisher unbekannten Wallenstein, der gerade in unserer Zeit auf neues Verständnis treffen wird, weil neue Perspektiven auch neue Faszination mti sich bringen.