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Eh` ich`s vergesse ...

Eh` ich`s vergesse ...

Erinnerungen an Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Klaus Mann, Gustaf Gründgens, Emil Jannings und Stefan Zweig. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Dirk Heißerer

1. Auflage 2005, 296 Seiten
ISBN: 978-3-7844-3028-7
9,99 EUR* D / 10,30 EUR* A / 34,90 CHF* (UVP)
LangenMüller
Erich Ebermayer sah seinen literarischen "Meister" in Thomas Mann und wurde von Gerhart Hauptmann zum "Wahlsohn" ernannt. In seinen Erinnerungen spiegelt sich die literarische und kulturpolitische Welt der zwanziger Jahre, die nach 1933 durch Bücherverbrennung und Exil gespalten wurde. Ebermayer, der in Deutschland blieb, erzählt als Augenzeuge und unmittelbar Beteiligter, dessen Bücher im "Dritten Reich" verboten waren. Er legt ein faszinierendes und sprachlich herausragendes Zeugnis über die Ambivalenz und Fragwürdigkeit künstlerischen Schaffens in der Diktatur ab.

Dr. Dirk Heißerer, Erster Vorsitzender des Thomas-Mann-Förderkreises München e.V., entdeckte Erich Ebermayers bislang unbekannte Erinnerungen in dessen verschollen geglaubten Nachlaß. Sie werden hier erstmals veröffentlicht.

Die Erinnerungen des Juristen, Schriftstellers und Drehbuchautors Erich Ebermayer (1900-1970) sind ein literarischer Fund ersten Ranges. Er hat sie alle gut gekannt und aus nächster Nähe erlebt: den Dichter und "Wahlvater" Gerhart Hauptmann, die Legende zu Lebzeiten, in fragwürdiger Goethe-Pose erstarrt; Thomas Mann, den verehrten "Meister", dem er auf seinem Weg ins Exil innerlich und äußerlich nicht folgen konnte und wollte; Klaus Mann, den sechs Jahre jüngeren Freund, dessen literarisches Debüt mit dem eigenen zusammenfiel; Gustaf Gründgens, den Schauspieler par excellence; Emil Jannings, den ähnlich wie Gründgens und doch so anders gearteten Egomanen, und schließlich den wirklichen Freund Stefan Zweig, der die radikalste Konsequenz aus dem Untergang der Kultur und der Humanität gezogen hat.
Verwoben mit den Porträts ist hier die Autobiographie Ebermayers zu lesen, der 1924 mit dem Novellenband "Dr. Angelo" literarisch debütierte. Nachdem einige seiner Bücher 1933 wegen "zersetzender pazifistischer Tendenzen" von den Nazis verboten worden waren, schied Ebermayer 1934 aus der Anwaltschaft aus. Er zog sich auf Schloß Kaibitz bei Kemnath zurück und verfaßte erfolgreiche Filmdrehbücher, zum großen Teil Literaturverfilmungen eigener und fremder Romanvorlagen.
Diese Erinnerungen lassen sich durch die Innenansichten und Momentaufnahmen aus der Weimarer Republik und dem "Dritten Reich" auch als Gegenstimme zu Berichten von Emigranten lesen. Wie seine Romane sprachlich prägnant, optisch und szenisch erzählt, zeigen sie Ebermayers besondere "Gottesgabe" (Klaus Mann), sein außerordentliches Erzähltalent.