„... mich kann man doch gar nicht liebhaben, ich bin frech, ich habe Mückenbeine und eine blühende Phantasie. Dazu bin ich faul und gefräßig und verstockt und schwächlich und zimperlich und eigenwillig und neugierig und altklug und und und, immer mehr Worte fallen mir ein, ich habe sie doch hundertmal zu hören bekommen, kenne sie in- und auswendig, es war von Anfang an ausgemacht, dass ich kein Kind zum liebhaben bin."
Dies sind die Gedanken der kleinen Ruth, als sie im Haus ihres Großvaters erstmals liebevolle Zuwendung erfährt. „Geordnete Verhältnisse” beginnt im Jahre 1932. Ruth ist neun Jahre alt. Ihre Mutter ist eine hochgebildete und sensible Frau, aus vermögender jüdischer Familie, der Vater, ein Apotheker, streng und konservativ in seinen Erziehungsmethoden, wird oft gewalttätig gegenüber seiner Tochter. Liebe ist ein Fremdwort für ihn. Es belastet ihn zusehends mit einer „Jüdin” verheiratet zu sein und eine „Halbjüdin” zur Tochter zu haben. Die Konflikte spitzen sich zu, als Hitler mit seiner antisemitischen Propaganda immer mehr an Macht gewinnt und in den Straßen die SA marschiert...
"Geordnete Verhältnisse"
Roman
1. Auflage 2001, 304 Seiten geb. mit SU
ISBN: 978-3-7844-2811-6
17,50 EUR D / 18,00 EUR A / 31,10 CHF (UVP)
LangenMüller
Pressestimmen
„Ein bemerkenswertes Buch: Aufrichtig, klar, unbarmherzig, wo es sein muss, eine berührende Mischung von Wahrheitssuche unerfüllten Geborgenheitswünschen; die tagebuchartigen Aufzeichnungen einer Neunjährigen, eines Kindes ‚aus gutem Haus’, dem in kleinen Stücken alles unter den Händen zusammenbricht, was es für gültig und gesichert hält.”Neue Zürcher Zeitung
„Jeder, der Empfindungsstärke, sprachliches Höchstformat ... schätzt, weiß, dass wieder eine Besonderheit des Leseerlebnisses garantiert ist.”
Frankfurter Rundschau
„Bücher wider das Vergessen. Anja Lundholms ‚Geordnete Verhältnisse’ ist so eines. ... ‚Angefangen hat es in der Kindheit’, erinnert sich Anja Lundholm, deren Bücher alle Aufmerksamkeit verdienen, bis heute.”
Welt am Sonntag
„Der biografische Roman von Anja Lundholm zeigt, dass Kinder oft mehr verstehen, als man denkt.”
Stern
„Im Beobachten psychologischer Vorgänge ist Anja Lundholm eine Meisterin. Alles vibriert vor innerer Spannung ...”
Radio Basel
