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Rafaelas Geschichte

Rafaelas Geschichte

2001, 1. Auflage, 352 Seiten geb. mit SU
ISBN: 3-7766-2219-9
ISBN: 978-3-7766-2219-5
17,50 EUR D / 18,00 EUR A / 31,10 CHF (UVP)
Herbig
Tel Aviv heute, jüdisch-orthodoxes Viertel. Das Leben der Menschen in Rischon LeZion spielt sich in genau geregelten Bahnen ab. Vor allem von den Frauen wird erwartet, dass sie sich auf das Ehefrau- und Mutterdasein beschränken. "Seid fruchtbar und mehret euch"" ist die Maxime aller religiösen Ehepaare. Rafaela Nachmanson ist Anfang vierzig und bereits dreizehnfache Mutter. Sie hat schon vor einigen Jahren beschlossen, keine Kinder mehr zu bekommen und verhütet heimlich mit Hilfe der Pille.

Doch eines Tages kommt ihr Mann Schmuel hinter ihr Geheimnis. Um Rafaela dem vermeintlich negativen Einfluss der Nicht-Religiösen zu entziehen, kündigt er ihre Stelle an der Bar Ilan Universität und fordert von ihr, sich ausschließlich um ihre Kinder, vor allem den behinderten Schauli, zu kümmern. Die Arbeit an der Uni hat ihr bisher ein Gefühl der Freiheit innerhalb des stark reglementierten Tagesablaufs vermittelt: Gespräche mit Nichtjuden, ausländische Bücher, berufliche Bestätigung - darauf soll sie von nun an verzichten?

Mit seiner Reaktion löst Schmuel unfreiwillig eine Reihe von dramatischen Ereignissen aus: Zu Hause eingesperrt, beginnt Rafaela, sich mit den Grundlagen des Judentums zu beschäftigen. Sie, die traditionell die Rolle der Dienerin übernommen hat, erkennt die Diskrepanz zwischen Thora und Realität. Schmuel sieht seine Autorität schwinden, hetzt Kinder und Nachbarn gegen sie auf, lässt sie überwachen, demütigt sie, wird handgreiflich. Doch dann wagt Rafaela einen verzweifelten Schritt.

Ein spannendes und ergreifendes literarisches Plädoyer gegen religiösen Zwang und Fanatismus.